Alles ist subjektiv. ALLES!

Deshalb kann nur Toleranz eine gesunde Basis für das menschliche Zusammenleben sein.


 

Was ist Kunst?

Wenn es nicht von Kunst zu unterscheiden ist, dann ist es Kunst!


Kunst entsteht nicht im Auge des Betrachters, sondern vor dem Hintergrund seiner Lebenserfahrung.


So überheblich, zu bestimmen, was Kunst ist und was nicht, können – eigentlich – nicht einmal Kunstkritiker sein. Ich persönlich bewerte Kunst ausschließlich danach, ob sie mich in irgendeiner Weise berührt.

Das kann durchaus etwas sehr Hässliches, Abstoßendes, Ekeleregendes sein, das mich zutiefst schockiert. Aber eben auch etwas, das meinen Sinn für Ästhetik verzaubert. Oder etwas, das mir auf überraschende und ungewöhnliche Weise eine Botschaft vermittelt.


Ich kann niemandem vorschreiben, was er als Kunst zu empfinden hat. Das bleibt allein dem Betrachter überlassen. Entweder, es gefällt und/oder berührt auf irgendeine Art oder eben nicht.


Im Kunstunterricht an der Schule war ich fast immer mittelmäßig. Einmal schaffte ich es allerdings auch, meine Lehrerin so zu begeistern, dass ich nicht “nur” eine 1+ erhielt, sondern auch noch 5 D-Mark dazu. Ich muss wohl nicht erwähnen, dass das eher unüblich war. Aber hier wird extrem deutlich, dass Kunst eine Sache des persönlichen Empfindens ist. Und das sollte eigentlich nicht mit Schulnoten bewertet werden.


Eigentlich sollte man über Kunst gar nicht urteilen. Man sollte nur in sich hineinhorchen und sich fragen: spricht das Werk mich an oder lässt es mich kalt?

Wenn es anspricht, kann man versuchen, genauer herauszufinden, auf welche Weise: Welche Gefühle löst es aus? Lust, Frust, Freude, Ekel, Abscheu? Was macht es für mich interessant? Enthält es eine Botschaft für mich?


Ignorieren Sie alles, was andere sagen. Es zählt nur, was Sie selbst empfinden.

 

Perfektion

Perfektion muss dem Handwerk vorbehalten bleiben – oder sogar den Maschinen. Bei Kunst geht es für mich um die Idee und um Empfindungen.


Es ist nahezu ausgeschlossen, ein “perfektes” Kunstwerk zu schaffen – wenn man darunter eines versteht, das ausnahmslos jedem gefällt. Nach meiner Definition wäre aber auch das wieder alles andere als perfekt.

(Und kommen Sie mir jetzt nicht mit der Mona Lisa oder den Sonnenblumen…)

Kunst + Geld = Gunstgewerbe?

Sprechen wir doch einfach mal über Geld: Wie die meisten Künstler lebe ich (noch) nicht von der Kunst. Ich lebe für sie! Zusätzlich auch von der Kunst leben zu können, erscheint einerseits reizvoll und erstrebenswert, andererseits birgt es die Gefahr, meine künstlerische Freiheit dem Kommerz zu opfern, mich vom Geld abhängig zu machen. Aber das war ich schon immer. In dieses System bin ich hineingeboren worden. Hier gibt es nichts ohne Geld. Deshalb beschließe ich dieses Thema mit der bezaubernden kölschen Wahrheit: “Et kütt wie et kütt!”

 

Was ist meine Kunst?

Kunsthistorisch (ein großes Wort!) betrachtet, würde ich mich in den abstrakten Expressionismus und in die Pop-Art einordnen. Wenn es denn unbedingt sein muss…


Nun, es gibt eine Reihe von Dingen, die ich der Welt gerne möglichst wirksam mitteilen möchte. Zum Beispiel, wie ich über Krieg, Frieden, Religion, Macht, Armut, Hunger, Neid, Intoleranz und so weiter denke. Aber ich schaffe auch Werke, die ausschließlich von iher Ästhetik leben und keinerlei tiefere Bedeutung haben. Trotzdem muss ich sie schaffen, dagegen kann ich nichts tun. Will ich auch gar nicht. Irgendwem (außer mir) werden sie schon gefallen, denke ich mir, und wenn nicht: auch egal!


Meine Hauptthemen sind das friedliche Miteinanderleben aller Religionen, “Rassen”, Kulturen und sexuellen Orientierungen sowie das tägliche Leben. Freude. Trauer. Leben. Tod. Sex.


Ich bin ein Prediger der Toleranz und des gesunden Menschenverstandes.


Es geht mir nicht darum, dass meine Arbeit jedem gefällt. Ich möchte genau die Menschen finden, denen sie gefällt. Auf welche Art und Weise auch immer. Ich bin sicher, durch das eine oder andere Feedback kann ich selbst noch neue Seiten daran entdecken und dazulernen.


Für mich ist die Aussage “das gefällt mir/nicht” absolut legitim. Aber natürlich interessiert mich auch immer das Warum.


Heute scheint es einfach alles schon gegeben zu haben. Und doch bin ich immer wieder überrascht, wenn ich etwas wirklich neues sehe. Das gibt mir Hoffnung.


Viele meiner Werke sollen dem Betrachter explizit Vergnügen bereiten, ihn zum Lachen bringen. Andere sollen schockieren und zum Denken anregen.


Ganz gleich, auf welche Art, sie sollen sein Leben und Denken bereichern. Habe ich das geschafft, habe ich meinen Job gut gemacht. Mit Geld hat das alles nichts zu tun.


Ich will Gefühle auslösen. Mal positive, mal negative. Ich will zum denken anregen. Weniger zum “nach”-denken als vielmehr zum “vor”-denken. Manchmal erzähle ich Geschichten, manchmal presse ich Gefühle in Farben und Formen. Ich will Menschen unterhalten und erfreuen. Und sie dann in den Bauch treten. Und sie dann wieder aufrichten. Um ihren Kopf besser auf die Tischkante schlagen zu können.

Glauben Sie mir kein Wort. Oder jedes einzelne!


Meine Werke sollen mal gefallen, mal Gefühle auslösen, mal Botschaften vermitteln, aber auch mal Geschichten erzählen und die Phantasie anregen. (“Die Kündigung”, “Das letzte Abendmahl”)

Sicher will auch ich schockieren, wenn es angebracht und notwendig ist, aber ich will auch unterhalten, und das bis an die Grenze des – böses Wort? – Amüsierens. Ja, bei einigen meiner Werke wünsche ich mir, schallendes Lachen auszulösen!


Eigentlich möchte ich meine Werke gerne für mich behalten, um jeden Betrachter nach seinen Gefühlen beim Betrachten fragen zu können. Da die hierfür erforderlichen räumlichen Voraussetzungen aber in einem gewissen Widerspruch zu meiner finanziellen Leistungsfähigkeit stehen, muss ich Werke verkaufen, um Platz für neue zu schaffen. Und die drängen immer wieder nach.


Ethisch bedenkliche Dinge wie das Töten nur um der Kunst willen lehne ich entschieden ab.


 

Künstler ist kein Teilzeitjob

Alles, was ich schaffe, ist Kunst. Das bedeutet aber nicht, dass sie auch immer so verstanden wird. Ich als Künstler bin aber gezwungen, das zu ignorieren.

 

Künstlerische Freiheit?

Künstlerische Freiheit endet für mich, wo fühlende Wesen gequält oder verletzt werden könnte. Also genau dort, wo jede andere persönliche Freiheit auch endet.

Allerdings auch nicht vorher!

 

Braucht Kunst die Kritik?

Ginge es nicht um Geld, Macht und Ruhm, wäre das Verhältnis zwischen Künstlern und Kritikern sicher entspannter. Aber wovon sollten dann die Kritiker leben? Wir würden gemeinsam in Kneipen sitzen und unsere Werke diskutieren. Woher nähmen wir das Geld für das ganze Bier, den ganzen Wein, den wir dabei konsumierten?


Manchmal ist meine Kunst auch zugleich Kunstkritik, denn es wäre einseitig, nur die “Gesellschaft” zu kritisieren, ohne zu erkennen, ein Teil davon zu sein.


Über Kunst zu reden, kann sie zerstören, aber auch erst erschaffen.


Es ist kompliziert.


Natürlich steht jedem Kritiker frei, seine bessere Version neben meine Werke zu hängen oder zu stellen.

“Der Künstler ist aus mir herausgeplatzt, wie aus einem überreifen Eiterpickel.”

Natürlich habe ich Kunst studiert, viele Jahre sogar. Aber nicht an einer Hochschule, sondern im Leben.


Meine Fähigkeit als Künstler entspringt dem Wunsch, Kommunikation ohne jegliche Barrieren und Grenzen zu bestreiten. Zu sagen, was gesagt werden muss. Zu erfreuen, wenn es möglich und sinnvoll ist.


Nach vielen Jahren der Unterdrückung durch mein teils abgehobenes, teils bodenständiges Ich und den damit verbundenen gesellschaftlichen Konventionen habe ich mich Anfang 2014 entschlossen, der geschundenen Künstlerseele in mir die Freiheit zu gewähren. Und siehe da: sie ist förmlich explodiert!


Wie ich das so lange aushalten konnte? Ganz einfach: indem ich bereits seit den frühen 90ern meine Brötchen mit kreativer Arbeit verdiente. Zunächst als Werbetexter, dann zusätzlich auch als Grafiker, Musiker und Fotograf.


Die Arbeit in der Werbung hat als Ventil für meine Kreativität sehr lange recht gut funktioniert. Aber jetzt reicht mir das nicht mehr. Ich bin gewachsen.


So, wie ich meine ursprüngliche Idee aufgegeben habe, Germanistik zu studieren, um ein besserer Werbetexter zu werden (was, wie ich heute weiß, nicht funktioniert hätte), verzichte ich heute aus Erfahrung und mit voller Absicht darauf, Kunst an einer Hochschule zu studieren.


Als studierter Germanist hätte ich – das zeigt mir die Erfahrung – sehr viel länger gebraucht, um einen geraden Satz herauszubekommen. Ich vermute sehr stark, dass es in der Kunst nicht anders wäre, vor allem, weil Subjektivität hier eine noch viel größere Rolle spielt. In der Werbung geht es darum, Inhalte klar, knapp und präzise auszudrücken, um schnell und eindeutig verstanden zu werden. Diesen Hintergrund mache ich mir zunutze, wenn ich Botschaften vermitteln will. Und ich fühle mich sehr wohl dabei.

 

“Ich male nicht. Ich kämpfe!”

Was ich mit Farbe und Leinwand mache, würde ich nicht unbedingt als Malerei bezeichnen. Eher als zwanghaftem Kampf.


Ein Künstler muss tun, was er tun muss. Das kann er nicht frei entscheiden. Das ist ein Zwang. Nicht immer, aber sehr oft!


Manchmal, wenn ich die Nachrichten höre oder sehe, stehe ich auf und weiß, was ich tun muss. Alles andere ist dann unwichtig.


Oft wünsche ich mir, ich hätte unendlich viel Platz und Mitarbeiter. Dann hätte ich eine Chance, alle Ideen umzusetzen. Dem ist leider nicht so. Was wiederum vielleicht auch gut ist. Ich weiß es nicht.


Laut Joseph Beuys sind Künstler opportunistische Arschlöcher mit einer vollkommen egozentrischen Weltansicht. Wenn das eine Voraussetzung ist, bin ich wohl kein Künstler, sondern das Gegenteil davon. Der Antikünstler.


Für die meisten bin ich ein freundlicher, umgänglicher Mensch, der viel zu viele Gedanken auf die negativen Dinge unserer Zeit ver(sch)wendet. Weil ich es kann.


Wer mit einer gewissen Intelligenz gesegnet ist, macht sich nun einmal Gedanken, die vom Glücklichsein ablenken. Dennoch bin ich nicht unzufrieden.


Wenn ich etwas sagen will, dann tue ich das, und es ist mir egal, ob jemand zuhört. Manches muss einfach gesagt werden. (Unter anderem deshalb twittere ich)


Spinner: ja. Verrückter: ja. Denn wer seine Träume verwirklicht und in Realität verwandelt, der spinnt eben für die meisten anderen. Dass das Blödsinn ist, sehen Sie hoffentlich ein!

 

Kunst muss nicht sein. Kunst ist!

Ich male, aber bin kein Maler.
Ich baue Objekte, aber bin kein Bildhauer.
Ich fotografiere, aber bin kein Fotograf.
Ich tue, was ich tun muss.

Ich bin Künstler.